4. Internationaler Kongress der Schweizerischen Gesellschaft für Soziale Arbeit (SGSA/SSTS)12 - 13.9.2018, Lausanne

Fotosausstellung

Ausstellung ITINÉRAIRES entrecoupés

Fotografische Portraits von Sozialhilfeempfängern, vorgeschlagen von Ghislaine Heger.

https://itineraires-entrecoupes.ch/

Projekt:

Gesichter. Geschichten. Routen, die von Unfällendes Lebens durchsnitten werden.

Sie sind 19, 36, 45, 51, 63... alt. Jeder hat seine eigene Geschichte: eine Entlassung, ein medizinischer Unfall außerhalb seines Mandats, eine Scheidung, eine gequälte Kindheit, eine instabile berufliche Situation, manchmal mehrere dieser Aspekte auf einmal. Irgendwann trafen sis sich alle im Regionalen Sozialzentrum, um Sozialhilfe zu beantragen. In einer Zeit Großer psychologischer Verwundbarkeit ist die Konfrontation mit dieser Situation  eine doppelte Strafe: wir müssen uns nicht nur den BeraterInnen aussetzen, sondern auch den Blick anderer begreifen, die grundsätzlich definieren, dass es nur faule Menschen und Sozialhilfeempfänger gibt. Aber was wissen wir wirklich? Wer sind diese Leute?

Nachdem ich selbst einige Monate in der Sozialhilfe verbracht hatte, wollte ich die Betroffenen treffen, um ihre Geschichten zu erfahren. Jeder ist einzigartig, und keiner dieser Menschen hat sich je vorgestellt, dass er sich in einer solchen Situation befinden würde. Die Porträts wurden alle bei den TeilnehmerInnen zu Haus aufgenommen, manchmal vorüberghend, einige erhalten noch Hilfe, andere nicht.

Ich entschied mich, die Porträts von den zeugnissen zu trennen. Wenn man sich ein Proträt ansieht, muss man sich eine Geschichte erzählen. Aber wenn Schlüssel gegeben werden, kann es sich gegen die Person wenden und die klischees vergrößern. Der Hauptzweck dieser Arbeit ist es, sie zu brechen. Indem wir die Porträts entdecken, dann die Zeugnisse, das Off-Scren, das sie losbindet, erlaubt uns, die Frage zu stellen: was wäre, wenn wir es wären?

Das projekt "Itinéraires entrecoupés" wirft einen menschlichen Blick auf das System. Zu oft wird der Dialog durch den Abbau von Klischees wegen mangelnder Information der Öffentlichkeit und der Komplexität der Sozialversicherung verkürzt, so dass die Begüngstigten in eine Box Außerhalb des Systems gestellt werden. Heute sind alle sozialen Schichten und alle Bildungsebnen betroffen. Es ist wichtig, denjenigen eine Stimme zu geben, die sich tatsächlich in großen finanziellen Schwierigkeiten befinden, und zu begreifen, wie sie den beschuldigenden Blick anderer auf sie wahrnehmen.Sie Könnten wir sein. Wir könnten sie sein. Niemand ist sicher davor, alles zu verlieren.

Ghislaine Heger

Kontakt
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